Wie es dazu kam

Die „fifty-fifty“-Initiative

Im Februar 2016 stellte der Schaffhauser Stadtrat das überarbeitete „Reglement über die Benutzung der Bootsliegeplätze“ vor. Wichtigste Änderung gegenüber der alten Fassung: Der seit rund 30 Jahren geltende Passus, wonach eine fifty-fifty-Aufteilung zwischen motorisierten und unmotorisierten Booten aktiv angestrebt wurde, sollte gemäss Stadtrat aufgehoben werden. Eine Zunahme von motorisierten Booten auf dem Rhein wäre die unmittelbare Folge dieser neuen Bestimmung gewesen. Dieser Entscheid sorgte für grosse Empörung im Lager der Schaffhauser Stachlerinnen und Stachler. Tenor: Die neue Regelung muss bekämpft werden.

Die „Aktion Rhy“, gegründet 1973 zur Verhinderung der Schaarenautobahn E 70, hatte sich schon in den 80er Jahren stark gemacht für eine Verminderung von Motoren auf dem Rhein. Obwohl seit Jahren, ja Jahrzehnten nicht mehr aktiv, wurde die Vereinigung wieder belebt mit dem Ziel, die alten Verhältnisse wieder herzustellen: die Regelung, dass an städtischen Bootspfosten höchstens 50 Prozent motorisierte Boote hängen dürfen, sollte wieder eingeführt werden. Dazu wurde das Aktionsprogramm aktualisiert und den neuen Bedingungen angepasst (stärkerer Fokus auf das Weidlingswesen). Die Aktion Rhy hat rund 200 eingetragene Mitglieder.

Weil der Stadtrat allein die Kompetenz hat, das Bootsreglement zu ändern, gab es nur einen Weg, unser Anliegen durchzusetzen: Eine Initiative, die den Stadtrat via Verfassung dazu verpflichtet, die bisher bestehende Regelung wieder einzuführen. Nach kurzer Vorbereitung begann die wieder belebte „Aktion Rhy“ damit, Unterschriften für ihre Initiative zu sammeln. Und dies äusserst erfolgreich: zwischen dem 11. April und dem 23. Mai sammelten die Aktivisten und Aktivistinnen der Aktion Rhy über 1600 gültige Unterschriften (notwendig wären lediglich 600), die die Rückkehr zur alten Regelung forderten.

Eine äusserst motivierte Gruppe aktiver Mitstreiter warb in der Folge unermüdlich für die Initiative, über die am 24. September 2017 abgestimmt wurde. Mit überwältigendem Resultat: Die Initiative „Bootsliegeplätze fiftyfifty – Für Ruhe und Erholung am Rhein“ wurde bei einer Stimmbeteiligung von 66,8 Prozent klar mit 8356 Ja-Stimmen (61,0 Prozent) gegen 5346 Nein-Stimmen (39,0 Prozent) angenommen. In der Folge musste der Schaffhauser Stadtrat den „fifty-fifty-Passus“ wieder einführen.